Mit über 50 Jahren habe ich einen beruflichen Neuanfang gewagt und wurde Ordnungscoach, wie kam ich dazu?
Die Idee zu diesem Blog kommt von einer Ordnungscoach-Kollegin aus Lörrach, die hiermit eine Blogparade startet: Es ist nie zu spät neu anzufangen
Lesen und Bücher
Schon vor dem Kindergarten habe ich mir selber das Lesen beigebracht, Bücher begleiten mich mein ganzes Leben. Deshalb war der Berufswunsch Buchhändlerin schon mit 7 Jahren gesetzt. Anfang der 90er-Jahre machte ich berufsbegleitend noch die Ausbildung zur Diplombibliothekarin.
Aufräumen
Nach der Pubertät – in der in meinen Kopf pures Chaos herrschte – habe ich herausgefunden, dass ich um mich herum Übersicht und Ordnung brauche. Unser Haushalt hat sich fortlaufend verkleinert und ich kaufte immer bewusster ein. Bereits Anfang der 2010er-Jahre hatte ich deshalb die Vorstellung, bei anderen Menschen aufzuräumen, damit auch sie von einem leichteren Leben in Ordnung profitieren können. Der Beruf Ordnungscoach war im deutschsprachigen Raum aber noch total unbekannt, niemand hat diesen Service offiziell angeboten. Deshalb versandete diese Idee.
Marie Kondo
2013 erschien das wegweisende Aufräumbuch Magic Cleaning von Marie Kondo. Nach der Lektüre habe ich mir gesagt, das kann ich ja alles auch, die schreibt gar nichts Weltbewegendes und habe das Buch gleich weiterverschenkt. Der Gedanke, diese Fähigkeit ebenfalls zum Beruf zu machen, kam mir damals noch nicht.
TV-Beitrag
Erst im Sommer 2019 sah ich einen Beitrag im deutschen TV, in dem eine Schweizer Bibliothekarin (!) aus Frankfurt sich auf den Weg zu einem Kunden machte. Da hörte ich das erste Mal den Begriff Aufräumcoach. Ich war total elektrisiert: Das ist ja genau das, was ich machen will! Sofort habe ich online nach Ausbildungsmöglichkeiten in der Schweiz gesucht und zwei gefunden, die es auch heute noch gibt: Wie wird man Ordnungscoach? Diese 4 Punkte sind wichtig!
Ausbildung
Ende 2019 war es endlich soweit und der erste Kurstag fand statt. Vor lauter Aufregung habe ich kaum geschlafen. Der Kurs von Martina Frau Ordnung war so prall gefüllt mit Informationen, dass ich gar nicht alles aufs Mal aufnehmen konnte. Vieles habe ich noch Monate später nachgelesen und schrittweise umgesetzt.
Start
Seither dauert meine Reise in der aufregenden Ordnungswelt nach einem holprigen Start (Pandemie, familiäres Schicksal) und vielen Auf und Ab an, Jahr für Jahr erfolgreicher. Zu Beginn lief es mehr als harzig, fast keine Aufträge und viele Stunden alleine am PC. Ich steckte sehr viel Zeit in meine Website, Werbung, Blogs, Weiterbildungen, Finden meiner Stärken und meiner Zielgruppe usw. Selbstständigen muss ich diese Mühen nicht erklären…
Durchhalten
Trotz vieler schwieriger Momente, in denen ich manchmal sogar ans Aufhören denke, bereue ich meine Entscheidung keine Sekunde. Zu viel Freude machen mir die vielfältigen Projekte mit spannenden Kundinnen und Kunden. Inzwischen bin ich auch gut vernetzt und wir Ordnungscoaches unterstützen uns gegenseitig grosszügig.
Es ist nie zu spät…
Viele Ordnungscoach-Kolleginnen sind dazu gekommen, einige haben wieder aufgehört. Damals im Kurs bei Martina war ich wider erwarten nicht die Älteste. In ihrem vorherigen Kurs war eine Frau sogar schon über 70. Einige aktive Ordnungscoach-Kolleginnen sind ebenfalls älter als ich. Ich habe Kunden, die mit über 80 noch grössere Projekte anpacken. Vielleicht sind jüngere Kolleginnen aktiver auf Social Media und haben mehr Energie, aber meine Kundinnen schätzen meine Lebenserfahrung und mein breites Wissen.
Es ist also wirklich nie zu spät, (neu) anzufangen!
Ihre Karin Treichler



4 Kommentare zu „Es ist nie zu spät (neu) anzufangen…“
Liebe Karin,
Du hast mit diesem Beitrag an meiner ersten Blogparade teilgenommen (danke dafür) und obwohl wir beide uns (online) schon seit 2025 kennen, durfte ich hier doch nochmal ein paar Dinge lesen, die ich von dir noch nicht wusste. Ich musste schmunzeln bei dem Abschnitt über Marie Kondo – ich kann dich förmlich vor mir sehen, wie du beim Lesen den Kopf schüttelst und das Buch nach dem Lesen gleich weiterschenkst. Wir beide haben die selben Hürden und Schwierigkeiten bei den Technik-Themen. Ich glaube das liegt einfach auch ein wenig am Alter. Aber genau das ist es, was uns ausmacht – wir halten durch und bleiben dran. Ich feiere dich auf jeden Fall für deinen Neuanfang mit über 50!!!!!!!!!!!!!
Alles Liebe, Monika
Ja genau so war es mit dem Buch 😉 Es freut mich sehr, dass auch du im ähnlichen Alter noch voll durchstartest und wünsche dir weiterhin so viel Erfolg, wie du ihn momentan geniessen kannst. Auf weiteren Austausch, ich freue mich!
Du machst einem tatsächlich Mut!
Nach dem Motto „es ist nie zu.spät“, habe ich seit vergangenem Sonntag nach Monaten einen grossen Teil meiner Kleider endlich wieder in den entsprechenden Schränken drin.
Also, besteht diese Chance auch für jede Art von Papier etc.
Wunderbar, das freut mich! Das Papier schaffen wir auch noch 🙂